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A bißl wos über´s Märzenbier

Bevor Carl Linde die Kühlmaschine erfand, konnte im Sommer die Würze nicht gekühlt und damit auch nicht gebraut werden. Außerdem war die sommerliche Brandgefahr durch das Biersieden in den Städten ein Grund dafür, dass in der Bayerischen Brauordnung von 1539 festgelegt wurde, dass nur zwischen St. Michael (29. September) und St. Georg (23. April) gebraut werden durfte. Um bis zur nächsten Brausaison nicht ohne Bier zu sein, wurden die letzten Sude im März stärker eingebraut. Man gab etwas mehr Hopfen dazu und erhöhte dadurch den Gehalt an Stammwürze und Alkohol. Damit waren die Biere haltbarer und konnten in den Felsenkellern den Sommer hinweg gelagert und getrunken werden.

Auch der Auerbräu verfügte über einige Eis- und Sommerkeller die mit Natureis gekühlt wurden. Unter anderem den Plestkeller nahe der Mündung der Sims in den Inn, dem Schmid-Bräu-Keller am Innufer in der Hofau und dem Saubräu-Keller am Roßacker. Bis in die 50er Jahre hinein gab es zur Unterstützung der noch nicht so häufigen elektrischen Bierkühlanlagen zusätzlich „Eisernten“ aus dem damaligen Rosenheimer Stadtsee. Um die Keller und seine Zugänge vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, pflanzte man Rosskastanien darüber, die dank ihrer großen Blätter reichlich Schatten spendeten und mit ihren flachen Wurzeln keine Gefahr für die Kellerdecke darstellten. So entwickelte sich eher beiläufig aus dem jeweiligen Brauereiausschank mit der Zeit der heute typische bayerische Biergarten.

Besonders zur Wiesnzeit und als Ergebnis dieser langen Brau-Tradition gibt es beim Auerbräu natürlich auch in diesem Jahr wieder das, erneut mit einer Goldmedaille der DLG ausgezeichnete, frische und süffige „Rosenheimer Herbstfest-Märzen“. Probieren Sie und genießen Sie einen unbeschwerten Wiesnbesuch beim Auerbräu!